Ortsbeschreibungen K - L

Hinweise zur Geschichte und den Kunstdenkmälern der Orte, die von Wanderwegen des Waldverein Regensburg e.V. berührt werden, mit Ausnahme des Stadtgebietes Regensburg.

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Kager (Wallfahrtskirche St. Michael)

Die älteste Kirche soll Papst Leo IX. 1052 aus der Ferne geweiht haben. Die jetzige Kirche, eine romanische Anlage mit Ostapsis, wurde 1182 geweiht. Auf dem Hochaltar das Gnadenbild Maria mit Kind um 1420, das als "Maria Tannerl" verehrt wurde. Es kam aus einer Kapelle beim Weiler Rehtal. Schöne Reste eines Flügelaltares vom Anfang des 16. Jahrhunderts Bemerkenswert eine gotische Kanzel mit Flachschnitzereien um 1450. Bei der letzten Renovierung wurden gotische Fresken freigelegt.

Kallmünz

Der Ort liegt im Winkel, der durch die Mündung der Vils in die Naab gebildet wird, am Fuße eines mit steilen Hängen abfallenden Berges, jetzt Schlossberg genannt. Dieser Bergsporn mit nördlich angrenzendem Hochland bot sich für weiträumige Ringwallanlagen an, die bereits in der frühen Bronzezeit zum Schutz einer Siedlung entstanden sind. Wiederholte Grabungen in der Jetztzeit förderten Funde aus der Urnenfelderzeit zutage und beweisen, dass zu jener Zeit eine stärkere Besiedlung stattgefunden hat. Damals ist wohl auch die vordere Spitze des Bergsporns mit einer weiteren Wallanlage versehen worden, auf deren Resten und Trümmern die mittelalterliche Burg errichtet wurde, die seit dem 30-jährigen Krieg eine Ruine ist. Der Ort Kallmünz wird 983 erstmals urkundlich genannt in einer Schenkungsurkunde Bischof Heinrichs an das Frauenkloster St. Paul in Regensburg. 1007 schenkte Kaiser Heinrich II. den Gesamtbesitz dem Bistum Bamberg. 1188 kam Kallmünz in den Besitz der Wittelsbacher. 1283 wurde der lang gezogener Straßenmarkt in schöner Lage mit dem "Inneren Markt" zum Markt erhoben. Auf der linken Naabseite befindet sich der "Äußere Markt". Beide Ortsteile werden durch eine steinerne Brücke verbunden, die einst von den Schweden zerstört wurde. Die mittelalterliche Ummauerung des Marktes mit fünf Toren wurde Ende des 18. Jahrhunderts und im 19. Jahrhundert beseitigt. Die von der Burgruine noch erhaltenen Teile sind romanisch und gotisch. Das (alte) Rathaus ist von 1630. Die Bausubstanz der meisten Bürgerhäuser datiert auf das 16. bis 18. Jahrhundert Der Neubau für die Pfarrkirche St. Michael stammt aus dem Jahre 1758 mit Stuckaturen nach Wessobrunner Art. Das Deckengemälde schuf der einheimische Maler Matthias Zintl. Hochaltar, Seitenaltäre, Kanzel und Kirchenstühle sind der Erbauungszeit der Kirche zuzurechnen.

Kapfelberg

Die jetzige Anlage der Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis entstand um 1600. Der Hochaltar in Rokoko, Seitenaltäre, Kanzel und Kirchenstühle stammen aus der Zeit um 1720. An der Nordseite der Kirche ein Ölberg, um 1510. An der Friedhofsmauer ein betender Ritter mit Spruchband "Maria hilf", um 1430. Die Mariensäule auf dem Dorfplatz entstand 1720.

Kappl

Oberkappl: Wallfahrtskirche St. Michael, Bau des 18. Jahrhunderts Der Hauptaltar mit Laub- und Bandelwerk sowie die Kanzel entstanden 1740. Die Seitenaltäre sind klassizistisch und entstanden um 1830.

Unterkappl: Wallfahrtskirche zur Schmerzensmutter. Früher viel besuchter Bau des 18. Jahrhunderts Gleichzeitig entstand die Innenausstattung; Deckenbilder von Kollmiller. Im Umfeld der Wallfahrtskirche besteht eine gefasste Quelle.

Kareth

Die Pfarrei Sallern, zu der der Ort Kareth gehörte, wurde 1228 vom Regensburger Bischof Siegfried dem Domkapitel einverleibt. Erst seit 1966 ist die Pfarrei eigenständig. Kath. Pfarrkirche St. Elisabeth: Neuromanischer Bau mit 1987 weitgehend rekonstruierter Ausstattung; anstelle der mittelalterlichen Chorturmkirche 1900/1901 errichtet nach Plänen von Joh. Bapt. Schott, München; Hochaltar 1987 unter Verwendung alter Teile rekonstruiert.

Karlstein

Urkundlich belegt seit dem 14. Jahrhundert Besitzer zuerst die Hofer, dann wechselnde Besitzer. Seit 1841 im Besitz der Grafen von Drechsel. Die Anlage des Schlosses ist mittelalterlich und wurde im 19. Jahrhundert mehrfach verändert. Im südlichen Flügel Schlosskapelle St. Ulrich, nach 1500 entstanden; Altar des späteren 17. Jahrhunderts mit Akanthusschnitzereien.

Kelheim

Der Michelsberg, auf dem heute die Befreiungshalle steht, war in vorgeschichtlicher Zeit eine Höhlensiedlung. In spätkeltischer Zeit größtes Oppidum "Alkimoenis" mit Schürfgrubenfeldern für Eisenerz und dazugehörigen Schlackenhalden. Den Schürfplatz sicherte ein innerer Wall mit Tor, der äußere Wall begann in der Ebene an der Altmühl, etwa zwischen Unterau und Schellneck, und erstreckte sich bis an die Donau gegenüber dem Kloster Weltenburg. Er wies drei Tore auf. Die Erzausbeute zog sich noch bis in das Mittelalter hin. Urkundlich wird "Cheleheim" zwischen 865 und 885 erwähnt. Grundherr Crefting schenkte Teile seines Besitzes dem Kloster St. Emmeram in Regensburg. Kelheim war schon sehr früh im Besitz der Wittelsbacher. 1180 wird die Stadt Residenz der Bayernherzöge unter Otto I. Die Stadt zeigt noch heute den Typus der wittelsbacher Stadtanlagen, nämlich Rechteck mit Straßenkreuz, an dessen Enden vier Tore mit Tortürmen erhalten sind, während die Befestigungsmauern abgetragen wurden. Das Wittelsbacher Schloss lag außerhalb der Altstadt und beherbergt jetzt das Landratsamt. 1231 wurde auf dem Weg zur Brücke Herzog Ludwig I., der Kelheimer, ermordet. Kelheim ist der Geburtsort des bayerischen Kanzlers Leonhard von Eck, der die katholischen Interessen in der Reformationszeit vertrat. Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist eine dreischiffige Basilika von 1460, gotisch mit späteren Änderungen. Die Ausstattung ist neugotisch, einzelne Ausstattungsstücke stammen aus spätgotischer Zeit. Die Franziskanerkirche ist spätgotisch, um 1470; Gemälde Mariä Himmelfahrt von Johann Gebhard aus Prüfening. Die Michaelskapelle neben der Franziskanerkirche ist eine romanische Anlage aus dem 12. Jahrhundert Die Spitalkirche St. Johann wurde von Otto dem Erlauchten zum Gedächtnis an seinen ermordeten Vater gestiftet. Der Hochaltar steht an der Stelle der Ermordung, dem alten Donautor. Das Altarblatt stammt von Johann Gebhard aus Prüfening. Die Befreiungshalle wurde von König Ludwig I. von Bayern zwischen 1842 und 1863 nach Plänen der Hofarchitekten Gärtner und Klenze zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig von 1813 gegen Napoleon erbaut. Frauengestalten aus Marmor tragen die Namenstafeln der 18 deutschen Stämme.

Kirchberg

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1769 neu erbaut. Chor und Turm enthalten gotische Bausubstanz; Altäre und Chorstühle stammen aus der Zeit um 1620. Der Hochaltar mit gewundenen und glatten Säulen wird Simon Sorg zugeschrieben. Neben einem spätgotischen Taufstein gibt es eine Reihe von interessanten Grabsteinen vom 14. bis zum 18. Jahrhundert.

Klösterl

Als Einsiedelei 1450 gegründet, 1454 den Franziskanern übergeben. Neubau von 1603, Wandmalereien aus dieser Zeit, Terrakottafigur des hl. Nikolaus aus der Zeit um 1600.

Kneiting (Kirche St. Peter und Paul)

Die Kirche St. Peter und Paul ist eine Anlage des 17. Jahrhunderts mit dreiseitigem Chorschluss und einschiffigem Langhaus. Der Westturm ist neu. Der Hochaltar, nach 1750, stammt aus dem Regensburger Dom, als dieser im 19. Jahrhundert purifiziert (regotisiert) wurde. Die ehemalige Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau ist eine einfache spätgotische Kapelle. Der spätgotische Flügelaltar um 1506 zählt zu den Hauptwerken der Regensburger Schnitzkunst.

Kreuzhof (Kirche St. Ägid)

Die Kirche St. Ägid hat zwei Geschosse. Im Erdgeschoss befindet sich ein einschiffiger, romanischer Gewölbebau. Das Obergeschoss diente weltlichen Zwecken. Erbaut nach 1150, Sammelpunkt und Ausgangsstelle des Kreuzzuges von 1189 unter Friedrich Barbarossa.

Kruckenberg

Das Dorf ist seit ältesten Zeiten durch seine Weinberge bekannt. Herzog Theodor (680-717) und Herzog Tassilo III. (748-788) machten die Weinberge dem Hochstift Salzburg zum Geschenk. Die dem hl. Matthäus geweihte Kapelle wurde 1846 erbaut und bekam 1902 einen Turm. Im Inneren ein Barockaltar mit Abendmahl um 1600.

Kürn

Im Ortsnamen steckt die altdeutsche Bezeichnung für Mühle. 922 sind die Kürner auf Schloss Kürn belegt. 1266 wurde die Veste von den Böhmen zerstört. Heute befindet sich das Schloss an der Stätte der mittelalterlichen Burg. Neubau mit schlichter klassizistischer Fassade nach dem Brand von 1825. Die Kapelle Mariä Himmelfahrt entstand ursprünglichen aus einer Feldkapelle. Diese wurde 1700 vergrößert und 1850 erweitert.

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Laaber

Die heutige bedeutende Ruine war Stammsitz der Herren von Laaber. 1188 erstmals genannt. Hadamar III. von Laaber verfasste Mitte des 14. Jahrhunderts das kulturgeschichtlich bedeutende Minnegedicht "Die Jagd". Das Geschlecht erlosch im 15. Jahrhundert Burg und Markt kamen später an Pfalz- Neuburg. Der älteste Teil der Pfarrkirche St. Jakob ist ein gotischer Bau des 15. Jahrhunderts 1738 erfolgte ein großer Umbau durch Erweiterung des Langhauses. Eine gesamte Neugestaltung geschah 1952 durch Architekt Hans Beckers, bei welcher die Achse der Kirche um 90 Grad gedreht und der Bau wesentlich erweitert wurde. Ein bedeutsames Bauwerk ist ein erhalten gebliebener Torturm, der noch im 13. Jahrhundert entstanden sein dürfte. Er war Teil der ehemaligen Ortsbefestigung, die mit der Burg über eine Zwingermauer in Verbindung stand.

Lambertsneukirchen (Pfarrkirche St. Lambert)

Die Pfarrkirche ist eine gotische Anlage. Der Turm wurde 1732 errichtet, gleichzeitig wurde die Kirche nach Osten verlängert. Aus gleicher Zeit stammen Altäre und Kanzel. An der Nordwand eine Madonna aus der Zeit nach 1600, an der Südwand St. Josef von 1740.

Lappersdorf (Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt)

Die Pfarrkirche wurde 1930 nach Plänen des Münchner Architekten Georg Holzbauer unter Beibehaltung des mittelalterlichen Turmes errichtet. Der Hochaltar mit Gemälde Mariä Himmelfahrt stammt aus dem 17. Jahrhundert, die Kanzel mit Evangelistenbildern aus der Zeit um 1750/60. Neben der 1894 neu errichteten Wegkapelle Ecke Pielmühler Straße/Wandweg steht ein mächtiges Steinkreuz mit Relief des Gekreuzigten von 1513.

Leonberg (Altes Schloss)

An höchster Stelle des Ortes die Burganlage mit Turm im Nordwesten. Im Kern ist die Anlage mittelalterlich. Neues Schloss: Unterhalb der Pfarrkirche und Burg wurde zwischen 1885 und 1890 der Neubau im Stile der Spätrenaissance mit Putzquadern und reicher Stuckgliederung errichtet. Die Pfarrkirche St. Leonhard ist im Kern eine gotische Chorturmkirche. Im 18. Jahrhundert erfolgte ein Umbau in der Ausstattung des Rokoko.

Lichtenberg (Kirche St. Johann Baptist)

Die Kirche liegt in einer Burganlage des 12. Jahrhunderts. Das Langhaus wurde im 17. Jahrhundert errichtet, der Chor 1734.

Lobenstein

Turmstumpf einer alten Burg, den Hofern aus Lobenstein gehörig, 1632 von den Schweden zerstört. In nächster Nähe befindet sich der Helfenstein, ein Felsgebilde aus dem dort anstehenden Granit.

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Logo des Bayerischen Wald-Verein e.V.

Waldverein Regensburg e.V.

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